Conrado Cruz, 30, Yambala

Du bist mitten in Madrid und doch im Dschungel. Der Urwald schmeckt nach Mango-Mojitos und Minze, es riecht nach Shisha-Atem und Räucherstäbchen, klingt nach dem Trommeln auf Tierfellen. Von den Wänden blicken hölzerne Masken in den Raum, sie scheinen zu lachen, die freundlichen Grimassen. Von den Decken hängen Lianen, Teelichter flackern geheimnisvoll. Wie Meditation hüllt es dich ein, die leisen Gespräche, das Blubbern der Wasserpfeifen, ein Klangteppich, ein exotischer Rhythmus. “Yambala” heißt die Ruheoase der Großstädter, Conrado Cruz ist ihr Besitzer. Der 30-Jährige hat sich mit der Bar vor vier Jahren einen Traum verwirklicht: “Ich war der ewiger Kellner, habe überall in Madrid gearbeitet, auch gegenüber in dem Laden. Als dann das hier frei wurde, habe ich sofort zugegriffen. Meins! habe ich laut gesagt.” Aus dem ehemaligen Salsa- und Reggaeschuppen machte der gebürtige Mexikaner ein ethnisches Zentrum, “für Freunde aus aller Welt”, die es mögen auf Sitzkissen in den Abend zu rauschen. Mittlerweile hat Conrado fünf Mitarbeiter, viele Besucher kennt er mit Namen. “Die Leute mögen meinen Laden nicht”, sagt der Mexikaner und zieht die Mundwinkel weit nach oben, bis er den Masken an der Wand gleicht. “Sie brauchen das Yambala einfach.”

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